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Avila

Ávila ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der spanischen Region Kastilien-León. Sie liegt in einer Höhe von 1.128 Meter über NN und ist somit die höchstgelegene Provinzhauptstadt Spaniens.

Die Stadt hat eine Einwohnerzahl von 50.000 und liegt rund 110 km nordwestlich von Madrid am Fluss Adaja. Neben Toledo und Segovia ist sie eine der drei historischen Metropolen in der Umgebung der spanischen Hauptstadt.
Ávila war spätestens seit der römischen Zeit ununterbrochen besiedelt. Unter den Westgoten war sie aufgrund ihrer Nähe zur Hauptstadt Toledo eine der wichtigsten Städte des Königreichs.

Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert war Ávila maurisch. Da die Stadt im umkämpften Grenzland zwischen moslemischer und christlicher Welt lag, war eine wirtschaftliche Blüte erst ab dem 15. Jahrhundert möglich. In jener Zeit verlagerten sich die Kämpfe weiter nach Süden und die Araber wurden schließlich (1492) ganz aus Spanien vertrieben. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Die Pest, die Vertreibung der Morisken, d. h. der getauften Mauren, die Auswanderung nach Amerika und die Abwanderung des Adels nach Madrid bewirkten Ávilas Verfall.

Zu einem Aufschwung kam es wieder im 19. Jahrhundert, dieser ist jedoch viel langsamer, als in der boomenden Hauptstadtregion. Der Grund: die niedrige Anzahl der Bewohner in der Umgebung bietet außer dem Tourismus nur wenig wirtschaftliches Potenzial.

Ávila wurde 1985 von UNESCO zum Weltkultuerbe erklärt. Ein bedeutendes Monument ist die 2.500 Meter lange, komplett erhaltene romanische Stadtmauer (11. bis 14. Jahrhundert) mit ihren 88 Türmen und neun Stadttoren. Die gothische Kathedrale der Stadt ist Teil der Befestigungsanlage: der Chor der Kathedrale durchstößt die südliche Stadtmauer und wurde halbkreisförmig neu ummauert, wodurch sie wie ein breiter Turm aussieht.

In Ávila gibt es viele romanische Kirchen, unter anderem die St. Vincenz, St. Peter und das St. Thomas-Kloster, die teilweise außerhalb der bereits in Mittelalter zu engen Stadtmauer errichtet wurden. Aus der maurischen Zeit ist eine Synagoge erhalten geblieben.

Im spanischen Bürgerkrieg und während der anschließenden Franco-Diktatur ervieß sich Ávila als besonders loyale Stadt und führte den Titel „Ávila de los leales“ (Ávila, Stadt der Treuen). In der Altstadt hängen bis heute mehrere Gedenktafeln, die den Ruhm General Francos verkünden sollten.

Ein hervorstechendes architektonisches Bauwerk ist das attraktive Parador-Hotel Raimondo de Borgoña, das sich im Palacio Piedras Albas (16. Jahrhundert) befindet und sich bei der Puerta del Carmen an die Innenseite der Stadtmauer schmiegt.

Wie auch andere Ortschaften der Region Castilla y León, bietet die Stadt Avila schmackhafte Gerichte vom Grill. Eine Spezialität der Stadt ist das berühmte Rindersteak „Chuletón de Ávila“.