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Arta

Artà (kastilisch Artá) ist eine der 53 selbstständigen Gemeinden der spanischen Baleareninsel Mallorca. Die gleichnamige Kleinstadt ist Verwaltungssitz der Gemeinde in der Region (Comarca) Llevant.
Zur Gemeinde gehören acht Berge mittlerer Größe, unter denen der Puig Morei (auch Puig d’en Morell oder Talaia Freda) mit 561 Metern der höchste und der Puig d’en Mir mit 256 Metern der niedrigste ist. Das Gemeindegebiet besteht aus weitläufigen unbewohnten Flächen, vor allem in den Gegenden der Berge der Serres de Llevant.

Die Felseinschnitte machen das Gebiet des Caps de Ferrutx z.B. für den Fischadler und dem Wanderfalken zur perfekten Zufluchtsstätte. In der nördlichen Küstenregion leben auch verwilderte Ziegen. In der Tälerlandschaft des Massís d’Artà, auch Serra Artana genannt, gibt es kleine Parzellen mit Steineichenbeständen, die von Mauern aus Trockenmauerwerk umschlossen sind und wo Mandel-, Feigen- und Johannisbrotbäumenangebaut werden.

In den Bergen trifft man auf viele Olivenbaumkulturen, die an den steilen Abhängen ebenfalls durch Trockenmauerwerk gehalten werden. Es gibt auch ein großes Vorkommen von Schilfrohr mit den für diese Zone typischen Zwergpalmen (Chamaerops humilis), niedriges Buschwerk mit üppigem Aufkommen an Sträuchern wilder Ölbäume und vereinzelt Kiefernwälder. Die genannte Zwergpalme wird von den Korbflechtern auf Mallorca auch heute noch als Ausgangsprodukt genutzt.

In der Region um Artà ist das Handwerk der Korbflechterei (Obra de llatra) verbreitet. Neben der Töpferei ist dies eines der ältesten Kunsthandwerke der Insel Mallorca. In archäologischen Fundstätten wurden Reste von geflochtenen und gewobenen Pflanzenfasern gefunden.

Die Blätter der Zwergpalme werden in den Monaten Juni und Juli gesammelt und in der Sonne getrocknet. Nachdem sie eine gelblich-weiße Farbe angenommen haben, werden sie in feinere Stränge getrennt und qualitätsmäßig sortiert. Später weicht man die hochwertigen Palmenstränge in einer Mischung aus Wasser und Chlor ein, und schwäfelt sie. Dadurch werden sie weiter ausgebleicht und zur Verarbeitung biegsam gemacht.

Die nun palmito genannten weichen Blätter werden in ein Grundgerippe aus festen Stängeln oder Blättern in rechtem Winkel zu Korbwaren verwoben. Nun werden die Blätter erneut getrocknet, wodurch sie sich leicht zusammenziehen und dem Flechtwerk eine besondere Stabilität und Dichte geben. Mit Hilfen von eingefärbten Blättern oder besonderer Techniken lassen sich kunstvolle Muster kreieren, die entweder in das Grundgeflecht eingewoben oder plastisch als zweite oder sogar dritte Schicht aufgetragenwerden.

Durch das Korbflechten werden Körbe, Hüte, Rücksäcke, Taschen usw. Geschaffen. Die Abfallprodukte, Strünken und Blatteile werden in Fasern zerlegt und zur Herstellung von Besen und Seilen verwendet. Die Korwaren können auf vielen Märkten der Insel erworben werden.